insomnia wasweißichnichtwieviel

es ist nacht und – natürlich – schlafe ich nicht, bin noch nicht in die kissen gesunken, sehe mir noch nicht an, ob die obskuren welten der träume auch diese nacht interessante oder bewegende schlafunterhaltung für mich zu bieten haben. nein, ich bin wach, sitze am pc und starre löcher in den bildschirm. meine füße sind schon halb erfroren, aber ich muss den morgigen tag noch planen – und das ist nicht einfach, das war niemals einfach, das wird mir wohl niemals leicht fallen.

ich würde mich zwar lieber irgendeinem gutem buch widmen, wie etwa marlen haushofers „die wand“, aber ich kann nicht, ich habe das starke gefühl, dass ich noch etwas vergessen habe und ich will nichts vergessen, schließlich erwarte ich ja besuch. es ist unfassbar, in wie wenig stunden ich aufstehen muss, wenn ich tatsächlich vor dem weg zur arbeit noch mein bett neu beziehen will und am besten eben schnell noch mal durchsaugen und den tisch abwischen. ich weiß, das könnte ich auch größtenteils jetzt erledigen, aber es geht nicht, ich kann dann noch länger nicht einschlafen.

ich lege mich hin, hoffend, dass mir schnell einfallen möge, was mir schon durch die gehirnwindungen blitzte, dann aber – auf nimmerwiedersehen?, frage ich mich bangend – entschwand, so nachhaltig, als hätte es niemals existiert, als wäre es nur ein irrlicht, welches mich vom ruhigen weg des schlafes abbringen will.
während meine füße langsam wieder die temperatur annehmen, die menschliche füße bei lebenden menschen eigentlich aufweisen sollen, muss ich mich aller härte zwingen, nicht einzuschlafen. dazu blättere ich ein wenig in der faz, in der enttäuschenderweise heute schon wieder kein titel meines arbeitgebers behandelt wird – dabei lese ich doch so gern rezensionen, machen sie doch so schön neugierig auf den titel – und sei es ein totaler verriss! (verisse sind aber selten, es sind fähige menschen an der auswahl all dieser titel beteiligt, jedenfalls ist das mein eindruck nach ein paar wochen und zudem meine große hoffnung, denn identifikation ist mir wichtig.

mit dem schlaf könnte ich mich gut identifizieren, jetzt, mir ist gar nicht mehr kalt, die zähne sind gründlich geputzt und alles, es wird mir eh nicht mehr einfallen, es wird schon nicht so wichtig gewesen sein, morgen muss ich wach sein, ich will ja vernünftige arbeit leisten und nicht ständig gähnen, und dann noch der besuch und die wiesn und der ganze andere kram der noch unbedingt anliegt, denn ich hasse es ja, ich will vermeiden, mich meines lebensstils schämen zu müssen…

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