status

in den nächten, in denen es mir gelingt zu schlafen, träume ich wirren mist von winterreisen in von hyänen und wölfen gezogenen pferdewagenkolonnen. in den raren gesprächen, in denen es mal um komödiantische absurditäten geht und mal darum, dass mein herz aus dem gleichen schnee besteht, in dem die hyänen zuweilen versinken (die wölfe nicht), sitze ich meistens passiv und still da, eingedenk dessen, dass ich mich sonst doch nur um kopf und kragen rede.

wenn es in die realität geht, so sind seltsame verwandlungen eingetreten, und sei es nur, dass einige briefkästen unten im flur nun weiß sind und aus meinem läuft, als ich ihn öffne, rostwasser, welches ich im ersten augenblick für blut halte, weshalb ich zurückweiche, erstarre und ein wenig brauche, um mich wieder aus meiner erstarrung zu lösen. erwachen, nein, nur bei größerem schrecken, etwa wenn aus dem schnee der winterreise gebeine ragen, an denen köpfe sind, deren gesichter ich kenne und schätze, und es nicht gelingt, die hyänen zurückzuhalten.

die menschen, die außer mir auf den wagen sind, kenne ich nicht, es sind schausteller, allesamt, so wie ich auch, denn unterhaltung von menschen durch menschen ist noch nicht völlig wegrationalisiert, in dieser welt, die bestialisch ist.

an den tagen ertrage ich mich selbst nicht und die meisten anderen noch weniger, weshalb es demnächst so weit sein wird, dass die, die ich ertrage, mich nicht mehr ertragen können, mich mit meinem ewigen pessimismus, meiner manie, alles zu bewerten, was ich sehe: jedes gesicht, jeden körper, jedes ding – wenn ich will kann ich alles in grund und boden reden (oder denken), so dass keine schönheit mehr bleibt und alles zu dem wird, was idioten in den geschöpfen abstrakter kunst sehen: meine welt ist voll deformierter krüppelexistenzen, zum überlaufen voll mit grottigen layouts und geschmacklosen fassaden.

und mich selbst nehme ich nicht aus von meiner unbändigen schmäh-denke, ich dresche auf mich ein, bis ich das bewusstsein verliere.
danach krebse ich dann ein wenig über den dreckigen boden dieser welt, bevor ich, ritualmäßig meine gute-nacht-runde drehe, schauend, hinter welchen vertrauten fenstern noch ein lichtschein dringt, schauend, ohne jegliche absicht, jemanden zu behelligen, denn ich will nicht nur nicht, ich kann niemanden stören, ich schatten, deformiert, wie das spiegelbild in einer pfütze, in die man ein steinchen hat fallen lassen.

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