last return

er ist gegangen. frank ist gegangen. er hat einen brief hinterlassen, neben seinem stranguliertem, toten körper:

„Ich habe meine Entscheidung revidiert: ‚Nichts‘ ist doch besser als ‚Hölle‘. Sicherlich mag es bei oberflächlicher Betrachtung so erscheinen, das alle meine Probleme lösbar gewesen wären – aber ich wollte nicht länger mit mir leben, mit all meinen kleinen Untaten. Ich konnte meine Vergangenheit nicht ausblenden, ich lebte in ihr.
Wer jetzt sagt – oder auch nur denkt – ‚Lächerlich.‘, dem habe ich nur eins entgegenzusetzen: ‚Wozu das Unausweichliche aufschieben?“
Mein toter Körper spricht zu euch: ‚Ich habe die Prokrastination besiegt.'“

in franks linker hosentasche fand man einen weiteren zettel, in franks kleiner, regelmäßiger, vom akribischen notizbuchführen geprägter hand:
„Was ihr mit diesem Rest von mir anfangt, ist mir gleich: Ob ihr mich verspeist, im Dreck verscharrt oder aufgebahrt und konserviert in einem Mausoleum der Größe einer gotischen Kathedrale aufbahrt – I don´t care. Was ihr mit meinen Sachen anfangt, soll auch nicht meine Sorge sein.“

es hat mich nicht überrascht, das frank diesen schritt gegangen ist, auch wenn er stets beteuerte, dass er es nicht tun werde, dass der zeitpunkt dafür längst vorbei sei. frank verstand nie, dass es kein problem löst, sich tagelang darüber gegrämt. er versuchte immer , nicht (negativ) aufzufallen, begriff nie, dass es darum geht positiv aufzufallen.

sein suizid ist ein großer verlust, kein zweifel.

bitte sehen sie von beileidsbekundungen ab.

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