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werte. bewertung. valuation. habe wertende analysen über die entstehung der bewertungs- oder preistheorie gelesen, gewissermaßen über die geschichte der ökonomie als wissenschaft, dieser frucht der liebe zwischen mathematik und philosophie, die es erst so kurz gibt, da sie in den feudalen lebensverhältnissen zuvor nicht in dem maße nötig war, ja, nicht gebraucht wurde. aber wenn die überschaubarkeit abnimmt, da die transaktionen und wertflüsse unüberschaubar vor sich hin mäandrieren, braucht man etwas, um sich übersicht zu verschaffen – man braucht ja auch nicht zwingend einen stadtplan von manhattan wenn man das straßenschema verstanden hat, aber in einem noch naturbelassenen flussdelta mag eine karte doch sehr hilfreich sein, um nicht vollkommen die orientierung zu verlieren. aber lassen wir das geliebte geschwafel und all die sophistereyen, es geht ja nicht um stadtpläne und landkarten, es geht darum, wie diese theorien, die von der bewertung bis zum wirtschaftsleben allgemein reichen, bewertet werden. es wird kritisiert, dass die scholastiker – wie schon, oh wunder, vor ihnen die antiken griechen, nach so etwas wie einem „gerechtem preis“ (just price) suchte und es wird behauptet, dass das ja nicht wirklich weit führe. es mag nicht weit führen, ja, aber eine berechtigte frage ist diese frage sehr wohl, denn der markt, wie wir ihn erleben, erzeugt mit seinen unsichtbaren händen nicht immer gerechte preise, ich habe das nicht näher analysiert, nein, aber ich kann mir vorstellen, dass nur eine sehr geringe menge aller preise, die der markt bestimmt, einwandfrei „gerecht“ ist.

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überhaupt geht mir dieser tage schon wieder einiges gegen den strich, ich kotze mich an, gehe mir auf die nerven und lasse mir diese ehrenvolle aufgabe manchmal von anderen abnehmen. wenn ich mir selbst auf die nerven gehe, mache ich das auf eine ganz simple, aber ungemein wirksame art und weise: ich stehe mir selbst im weg und bremse mich effektiv aus. wenn mir andere auf die nerven gehen, dann können sie das durch ihr bescheuertes verhalten bewerkstelligen, aber auch durch pure ignoranz, durch gezieltes (das unterstelle ich schnell) aneinander vorbeireden. „nein, es denken nicht alle menschen genauso wie du. nein, verschiedene menschen funktionieren unterschiedlich, auch wenn sie sich zu ähneln scheinen.“

ja, heute hat mich einzig und allein die lektüre der statistiken dieses blogs aufgeheitert, nicht die niedrigen besucherzahlen, sondern die suchanfragen, mal wieder: „Top-Suchen:
checkliste wie verändere ich mein leben, leichenspray“

nach was teile der menschheit doch suchen. und wie das von mir verzapfte gewäsch doch darauf passen muss, wie es, ohne dass ich das forcieren würde, auf der ersten trefferseite bei google landet. die welt steckt voller wunder, nicht nur in der tiefsee oder in kamtschatka.

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verdammte umarmungen, denke ich, während ich einschlafe. diese weichen körper, diese wärme, alles nur so kurz, als wäre man kurz aus der wirklichkeiten in die welt der träume hinabgeglitten, dann ist es vorbei. man hat sich monate nicht gesehen, dann diese umarmung, ein bisschen sinnloses gerede, ein kickerspiel und dann, c´est ca. ein nichts. ein endloses nichts. nach einer solchen umarmung könnte ich drei tage lang nichts essen, danach bräche ich dann zusammen, erschöpft, kaputt, ausgebrannt. ich könnte davon leben, ja.
will ich nicht so tun, als wäre ich wegen dieser umarmung böse – immerhin mal ein kurzes hochgefühl ohne langes, endloses laufen.

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die deppenstimme des radiosenders mit dem griechischen buchstaben sagt: „der einzige sender mit guter mit musik“ und ich denke „no you´re effing not“ und bin annoyed as hell, da es ja leider doch irgendwie stimmt, denn die anderen sender kommen nicht in frage. wie oft ich es mir schon gewünscht habe, hier den sympathischen radiosender meiner jugend zu hören, statt dieser ganzen abgefuckten nordlichtsender. andererseits, von der musikauswahl ist das programm, dass ich hier höre vielleicht tatsächlich einen tick besser, aber soviel gebe ich darauf auch nicht mehr, lieber mal irgendwelche ausgetretenen pfade von michael jackson oder vergleichbaren zwischendurch statt ständig gewinnspielmist, unlustige moderationen und diese deppenstimme. ja, wenn ich das alles so reflektiere, dann wechsel ich vielleicht doch den sender hin zu irgendeinem mit wortprogramm oder klassischer musik, das nervt zwar auch, aber man wird mit etwas glück nicht von deppenstimmen zugesloganized und kann sich etwas auf seinen exquisiten geschmack einbilden, oder irgendeinen anderen kindischen blödsinn anstellen.

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die schmerzen beim aufstehen verhindern die nötige dosis glück, die das morgendliche, sinnlose, aber routinierte laufen hervorruft. ein miserabler vormittag und, machen wir uns nichts vor, ein miserabler tag. s. hat recht, wenn sie schreibt „[..] the landscape motivates me when humans have demotivated me.„, vielleicht hat sie auch unrecht, nur, es geht mir genauso. demotivating humans haben mich hier geradezu eingekreist. die innere stimme sondert zu diesem gedanken ihr routiniertes „das liegt aber auch an deiner einstellung“, und auch da kann ich nur sagen: „ja“. oder, alternativ: „ich bekenne mich schuldig in allen punkten der anklage, euer ehren“

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es ist so leer, ein weiterer tag voller ökonomischer methoden, ich wusste noch gar nicht, dass es tätigkeiten gibt, im vergleich zu denen „löcher in die luft gucken“ ein höchst kreativer, anregender spaß ist. aber ich will mich nicht beschweren, ich wusste ja, was da auf mich zukommen würde. und wenn man den ganzen staub dann in ein schönes schaubild synthetisiert hat, fühlt man etwas, das man fast mit erfolg oder freude verwechseln könnte.

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ich erreiche h. nicht, der weggezogen ist. seine telefonnummer hat sich wohl zusammen mit seiner addresse geendet und so muss ich warten, bis der hund mal online geht, falls ich nicht d. fragen will, denn r., der gerade wieder da ist, weiß auch nichts genaues.
also sitze ich herum und erinnere mich an die amüsante situation, als ich mit h. „pure hatred“ von chimaira und er zu diesem lied, dessen zentrale zeile wohl „i hate everyone“ ist, nur leicht grinsend, durchaus noch ernst, bemerkte „inspirierend“.

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meine sprache gefällt mir auch nicht, ihre ewigen unzulänglichkeiten nerven mich mehr, als all die deppen, die in ihrem dauersuff herumgrölen auf unsagbare weise. auch der letzte satz ist mist, dieser hier auch. keine klarheit, nur diffuser mist. ich glaub, ich muss ins bad gehen und mir die brille putzen. gute nacht.

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