mücken

frank fliegt. es ist eine nacht, eine seltene, eine nacht, die zwar auch leer ist, wie all diese nächte, aber sie ist anders, denn frank fliegt. die gedanken sind frei, weggeflogen, der whisky hat seinen allerbesten dienst geleistet. das w. ist wie immer voll, voll wie immer mit dieser mischung aus komischen nice-indy-dressed-whatever-frauen, von denen die einen high sind, andere wollen geschichten über ngo´s und so was hören und wieder andere warten insgeheim auf den glänzenden prinzen auf seinem beschissenen schimmel.

vorher, am abend, bevor der ganze mist losgehen sollte, sitzt frank an seinem schreibtisch, der eigentlich ein universaltisch ist, da er für alles missbraucht wird, für das man einen tisch so missbrauchen kann und starrt, während er erst whisky und danach apfelsaft in die französische „san pellegrino“-plastikflasche schüttet, aus dem fenster, vor dem sich die letzten, goldenen abendsonnenstrahlen sich im frischen, noch maigrünen laub und den gelben blüten des großen ahorns brechen. ein schönes bild, aber es kann frank nicht am gehen hindern, denn es wird vergehen, bevor das herz der nacht wirklich beginnen wird in seinem grausamen beat zu schlagen, der all die gehirne betäubt, hypnotisiert und dann die gliedmaßen gleichmäßig durchschüttelt.

auf dem weg zur ersten station der nacht ist von dem goldenem glanz nur noch violetter geblieben, als frank an der tür klingelt, verschwindet auch dieser, punktgenau mit der ansage, wo sich denn die gesuchte wg in diesem riesigen mietskasten genau befindet, im alles beendenden, sich rasch vollends schwärzenden grau. es kann losgehen. es geht los.

als es vorbei ist, am morgen, der silbergrau ist vor bewölkung und gerade verklungenem niesel, steigt frank an der promenade aus dem bus, der rest muss gegangen werden, um das im ohr nachhallende pulsieren zu beenden, möglichst bald in ruhe zu versinken. anbetungswürdig gleitet eine blonde skateboardfee durch die sonnenstrahlsfreie tristesse aus grauem meeresarm und villen, während frank die seltsame klarheit des tiefstehenden wassers bestaunt, die die geheimnisse des vermüllten bodens enthüllt und denkt: „wäre schon sommer, gäbe es mücken.“

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