michael jackson

frank sitzt vor seinem pc, er ist gerade bei sich angekommen nach einem dieser barabende, er ist zwar müde, aber ein letzter tropfen information darf noch sein.
plötzlich blinkt icq, es ist stella: „michael jackson ist tot, voll schlimm“

frank denkt: aha, der king of pop, der war doch auch schon jenseits der 40, besonders tangiert hat der mich nie.

frank schreibt: „aha“.

stella: „ich bin total schockiert“

frank, plötzlich müde, das ist wirklich nicht sein thema: „ich nicht so sehr, tangiert mich nicht so, der war doch auch nicht mehr der jüngste und depressiv.. hat er sich umgebracht?“ – frank ist zu faul, selbst zu recherchieren, wieso er tot ist.

stella: „nein, herzstillstand“

frank denkt: na gut, was soll’s. jedes leben endet gleich: tödlich. was nimmt sie das so mit? dachte sie etwa, der king of pop lebe ewig? vielleicht wird er durch seine musik und den moonwalk lange im gedächtnis bleiben… aber körperlich ewig? wie naiv ist das denn? na gut, sie ist betrunken und in ihrem alter ist einem so eine naivität wohl noch eher gestattet.

stella: „frank? ich bin schockiert!“

frank schreibt: „nun, seine musik ist deswegen ja nicht auch gestorben und verschwunden und der moonwalk ist damit auch nicht automatisch aus der welt, ein tod ist immer ein verlust, oft eine kleine tragödie – aber die erinnerung wird bleiben.“

stella: „stimmt auch…“

frank: „du, ich bin müde. schlaf gut, lass dich nicht zu sehr mitreißen, träum was schönes…“

stella: „du auch, bye“

frank: „bye“

frank schaltet icq aus, macht sich unerreichbar, bleibt aber noch vor dem pc sitzen. und er hat ein schlechtes gewissen.

*

ein paar tage später, frank ist zu fuß unterwegs, auf dem rückweg von der uni: „dieser king of pop, ich hab seine lieder nur gemocht, wenn ich nicht wusste, dass sie von ihm waren – dieser mann mit den ganzen aberwitzigen operationen war mir einfach zu suspekt – und dann waren da ja noch diese ganzen anschuldigungen…“ er erinnert sich an seine kindheit, an einen auftritt von „jacko“ bei „wetten, dass!?“ und daran, dass er nicht verstanden hat, was an diesem puppenhaften menschen mit den komischen bewegungen so toll sein sollte – die musik hat ihn mitgerissen, er hatte einen ohrwurm am nächsten tag, aber der rest? nein, der nicht.

*

die trauerfeier sieht frank nicht. „die musik berührt, das schicksal auch, aber deswegen auf den allgemeinen zug aufspringen und auch sich diesen blödsinn ansehen? nein, danke.“

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