vorstellungen

1. ich stelle mir vor: frank ist auf der kieler woche, bei der bühne eines staatlichen radiosenders, frank hat schon getrunken, frank nüchtert aus, und nicht nur das, er tut es bei einem abgehalfterten rapper und stella ist in der nähe. zwischen durch zwei er finstere, traurige lieder, frank ist nah dran sein taschenmesser zu nehmen und sich die pulsadern aufzuritzen. plötzlich von hinten ein „wo ist jasper?“ und ich bin froh dass ich mir vorstelle frank zu sein und nicht jasper, der noch eine deutlichere nummer düsterer und verrückter ist, der jetzt bestimmt auf viel vodka und so weiter wäre – but there’s no hope and i imagine to be frank and the girls around him look too bad, are too old or too young besides stella but she isn’t right there, she appears to has left this world.
ein neues lied, neues leid. frank geht leicht ab, ein paar momente, dann stellt er sich wieder ruhig hin, zu stella, tom und den anderen. jasper würde jetzt pogen, denn jasper wäre betrunken, perfekt für den moment – und er hätte genug dabei, um ja nicht im wachzustand auszunüchtern. frank hingegen, obwohl er schon einigermaßen zu leben weiß, aber es war ein weiter weg dahin, hat aus angst vor fremdgetränkkontrollen nichts mitgenommen und da er nicht dreifünfzig für einen halben liter bier bezahlen will, sitzt er nun auf dem trockenen und nüchtert aus.

die länge des abends wird sich auch unterscheiden, jasper wird bis jenseits des morgengrauens seine zeit auf partys verbringen, er wird sich am nächsten morgen fragen müssen, wo das ganze schöne geld geblieben ist, während frank bald ins bett gehen muss.
ich stelle mir vor: frank trifft noch ein paar leute, rike und simon etwa oder lukas und seine crew, er steht ein bisschen mit ihnen rum, aber spätestens wenn sich der erste teil dieser menschenansammlung vom rest ablöst, wird er gehen, da er noch nachdenken muss, wird er wohl sein fahrrad, welches er nicht am weg der anderen geparkt hat, man mag den grund blödheit nennen oder weise vorraussicht, frank weiß es selbst nicht. er wird allein sein fahrrad schieben, da er angst hat mit einem fahrrad ohne licht zu fahren, nicht da er fürchtet, dass ihm etwas zustößt, er ist verdammt ausgenüchtert, sondern potenzieller wildgewordener verkehrspolizisten wegen. es wird ihm gefallen, letztlich wird er nicht viel nachdenken, er wird die farben des sonnenunterganges betrachten, ein bräunliches rot, welches über eine episode restgelb in ein düsteres blau verläuft, wird die lichterketten der marine bewundern, bis er realisiert, dass sie von der marine sind.
ich stelle mir vor: plötzlich hält ein fahrrad neben frank, es ist lukas freundin, sie fragt: „warum schiebst du?“ und es wird sich ein sinnloses gespräch entwickeln, er wird seine angst nicht gestehen sondern auf den wunderbaren himmel, das spiel der lichter am und auf dem wasser verweisen und dann irgendwann doch aufs fahrrad steigen, nachdem man vom ufer weg ist, er wird seine furcht, die er wie viele andere ängste nur hat, wenn er allein ist, überwinden, um dann schlußendlich nach einem gruß in die noch mit (nun wieder) unerträglich froh gestimmten trinkenden menschen gefüllte küche ins bett zu fallen.

2. ich stelle mir eine andere situation vor: frank am strand, wieder mit stella und tom, man liegt im halbschatten. frank liest ein buch, welches er die ganze zeit mit sich führt und mit dem er trotzdem nicht fertig wird, weder inhaltlich noch seitenmäßig, denn er kann sich nicht konzentrieren – es ist klar, dass ich auch überlegen muss was jasper tun würde. jasper kennt stella und tom nicht so gut, er achtet sie nicht wirklich, hält sie beide für naiv und unreflektiert, was auch frank tut, aber frank ist noch nicht so weit wie jasper, er blendet das aus, was zur folge hat dass es hin und wieder über ihn reinbricht, dass er denkt: „mit was für menschen gebe ich mich eigentlich ab?“. jasper wäre wohl eher mit rike und sverre unterwegs und würde in dieser formation mit genuß den tiefgründigen quasidenker mimen.
während frank die vorbeifahrenden schiffe betrachtet und stellas telefongespräch mit einem ohr zuhört, ohne es zu wollen, pustet jasper mit sverre das gummiboot auf, dass sie sich vorher gekauft haben: ein schweres unterfangen, rike sieht zu wie sie sich abmühen und grinst, schlürft ab und zu an ihrem bier, während sie in der prallen sonne glüht – sie ist ohnehin die braunste der drei.

frank hingegen unterhält sich mit lukas (in dem er den prototypen des coolen studenten sieht) und dessen extrem gut gebauter freundin über den weiteren verlauf bis tages, stella und tom liegen ruhig auf ihren decken, stella liest in einem roman, den frank als seicht bezeichnen würde und tom liegt dösend auf dem bauch und betrachtet seine hand dabei wie sie wieder und wieder in den sand schlägt – ein normales verhalten, er ist immer etwas hibbelig.
rike sitzt am strand, sverre und jasper im boot, es bedrückt alle ein wenig, denn es gab mal wieder ein bisschen streit, in ein paar minuten wird er mit einem bier aus der welt geschafft sein, aber noch ist rike zu sauer, das jasper und sverre sich vereint gegen ihren dummen kommentar zum boot zuwehr gesetzt haben und jasper und sverre wissen beide, das es jetzt keinen wert hat sie anzusprechen: sie muss noch zuende zicken. und solang kann man ja darüber philosophieren mit dem gummiboot zwischen den seglern herzukreuzen.
frank liegt still auf seiner decke, die füße graben im sand, es geht ihm nicht schlecht und auch nicht gut, er ist etwas angeödet und kann sich nicht auf sein buch konzentrieren, seine füße dominieren, ein stöckchen oder ein größerer holzsplitter ist im sand, das ist interessant.

wieder etwas später: stella ist aufgestanden und bewegt ihren eleganten körper im sommerkleid an der wellenlinie entlang, irgendetwas geht in ihrem kopf vor, und frank, das sommerheft mit einem knopf zugehalten, kann sich nicht entschließen sie anzusprechen, er setzt sich die kopfhörer auf um nicht nachzudenken, was fehlschägt und schließlich steht er auf und hockt sich ein paar meter weiter in den sand, er hat die decke im halbschatten satt. bald steht er wieder auf und geht langsam, die füße durch den sand grabend, trister musik lauschend in stellas richtung, die aber mehr am wasser entlanggeht, die blicke begegnen sich, ein flüchtiges lächeln beiderseits, aber ein gespräch scheint frank unmöglich, die kopfhörer surren „trrrmmer“ von den „sternen“ und die anderen menschen am strand erscheinen frank unwirklich genau wie die schiffe im wasser, sie existieren nicht, denkt er und schiebt seine füße durch den schweren, warmen sand, unaufhörlich, der schatten einer möwe jagt über sand.
jasper liegt ganz ruhig auf dem bauch auf seiner blauen decke, während sverre rike am strand entlang rudert, und trinkt ruhig ein einigermaßen kühles bier. ein schatten verwirrt ihn und er dreht sich auf den rücken, setzt seine sonnenbrille wieder auf und sieht einen großen blauen lenkdrachen am himmel, der von einer blonden strandnixe gesteuert wird, er lächelt ihr zu.

3. von freizeit zu freizeit, nächste episode: ich stelle mir vor: die ungleich gleichen zwillinge arbeiten beide in einer bar, es ist tatsächlich die selbe (oder nur die gleiche?), aber sie werden sich auch hier nicht begegnen.
frank steht hinter dem tresen, mal nüchtern, mal betrunken, wenn er nüchtern ist, dann hat er sich den ganzen abend an malztrunk und pfefferminztee gehalten, er bemüht sich froh zu sein, er erfüllt seine pflicht – manchmal merkt man ihm noch nicht mal an, dass er sich bemüht. er macht seinen dienst pflichtbewusst.
jasper hingegen ist fröhlich, wenn er fröhlich ist, ist er es nicht, versucht er, ob ihn ein paar bier „nach vorne bringen“ oder notfalls die gute alte todesmischung aus vodka und energydrink – wenn das nicht klappt, nimmt er seinen hut, entschuldigt sich, sagt, das er es heute nicht aushält, und die anderen verstehen das, es ist selten und jasper hat in anderen zuständen schon so manche party fast im alleingang gerettet.
frank versucht das selbe, aber es gelingt ihm nicht immer, er ist einfach weniger extrem als jasper, man könnte ihn jasper light nennen – aber da ist frank ein schönerer name. frank macht sich stets viele gedanken und denkt sie wirklich, mit seinem ganzen geist und teilweise auch seinem ganzen körper – jaspers gedanken sind dünner, weniger greifbar, auch er ist tiefgründig – aber in der lage „den kasten da oben“ auch mal den „kasten da oben“ sein zu lassen, er kann loslassen während frank sich betrinken kann bis jede koordination versagt, bevor er in seine gedanken los wird.

ich stelle mir eine situation vor:

(wird fortgesetzt)


*dieser text ist noch eine baustelle*

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