herr d.: das floß

irgendwann hatte herr d. seine obsession, sich selbst als sisyphos zu sehen, vergessen und er lebte bewusst von einem tag in den nächsten. er ließ alles schleifen, denn unterbewusst war von sisyphos geblieben, dass die bemühung, jegliche bemühung, doch vergeblich war.
und erst recht das hadern, das ewige nachdenken über vergebliche bemühungen – darin folgte er epiket, dem griechischen philosophen. der hatte gesagt, dass menschen nicht durch die dinge, die passieren beunruhigt würden, sondern durch die gedanken über diese.

bei seiner nicht zwingend verständnisvollen umgebung stieß herr d. mit seiner geisteshaltung („ein floß lässt sich treiben, aber findet trotzdem seinen weg, so lange der fluß nur breit genug ist“) nicht auf viel verständnis.

„das geht doch nicht!“, hieß es, „du kannst dich doch nicht so gehen lassen! rasier dich doch wenigstens mal!“

da lächelte herr d. und schwieg. es ging ja doch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s