die wut der realität

wenn du eskapistisch lebst, so wie eskapismus, ich, dann lachst du dich oft über die probleme anderer kaputt, bis dein bauch der wehtut, was du aber schnellstmöglichst versuchst zu vergessen, da das eine ziemlich reale erfahrung ist.

aber auch du selbst merkst, aller flucht vor und aus der realität zum trotz, das manchmal die wut in dir aufsteigt, über ungerechtigkeit, bereicherung, entrechtung und ausbeutung – dir kommt die galle hoch. und wenn du dann eine diskussion über diese themen führst und die anderen nicht dich begreifen wollen, nicht glauben, was du zu wissen glaubst und weißt, was du trotz deiner inneren verschlossenheit dem alltag gegenüber beobachtest und kristallklar siehst, mit deinem rasiermesserscharfen verstand begreifst, dann überkommt dich eine wut, unbeschreiblich in ihrer feurigen schönheit.

du fängst an, deine stimme zu erheben, das blut schießt dir in die adern, du gestikulierst, als wolltest du andere am liebsten verprügeln (was diese wohl auch verdient hätten) und wenn auch das nicht bringst, gerätst du entweder in einen zustand, den unsere heutige realität in filmen mit männern mit kettensägen und maschinengewehren beschreibt, oder – und das ist interessanter – in einen zustand namens ohnmacht.

wenn dir das aber – dieses hineingleiten in den zustand der ohnmacht – oft genug aufgefallen ist, und du es begriffen hast, dann weißt du zum einen, warum du eskapist bist (normalerweise) und zum anderen warum die lügen der realität so groß sind: wer ohnmächtig ist, der kann sich schlecht wehren.

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Eine Antwort zu “die wut der realität

  1. wunderbar beschrieben.

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