stumpfsinn, oh wir preisen dich!

die allgemeine trägheit des frühlingshaften daseins verwunderte herrn d. zutiefst. früher war frühling immer eine zeit des neubeginns gewesen, eine zeit nach dem winter, eine zeit in der das leben nach all den entbehrungen wieder begann. man war jauchzend über die erblühenden wiesen gesprungen und hatte sich erfreut an der kommenden wärme, den länger werdenden tagen.

aber jetzt war nichts davon zu spüren. die stadt lag grau da, die menschen waren grau in ihren gesichtern, sie passten hierhin – wenn man das so deuten wollte. die nahmen nichts mehr war, abgestumpft bis oben an, das herz im eisschrank oder auch nur vergessen.

belanglosigkeiten austauschen konnte man gut, aber das war es dann auch, das fiel ihm im frühling, dieser einst so wunderbaren zeit, immer besonders auf. die allgemeine stumpfsinnigkeit hatte für immer gesiegt

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