geister der vergangenheit

die welt, in der wir alle leben und uns mehr oder weniger laben, strebt stetig zur zukunft hin, einer zukunft voller verheißungen. so scheint es.
es ist aber nicht so. denn die geister der vergangenheit sind unter uns, mal nur ideell, mal real und greifbar. so oft man sie einsperrt, entfliehen sie wieder und breiten sich aus. ihre gestalten sind ein einziges „Früher war Alles besser!“, ein großes sehnen nach einer perfekten, glorifizierten vergangenheit.

die so schön war. war sie es?

nein. natürlich nicht. auch damals, in der vergangenheit, gab es sie schon, die geister der vergangenheit, und auch damals schien es so, als würde bei grenzwertbildung der variable ‚t‘ gegen unendlich das unheil unendlich groß, da es seit jeher immer schlimmer werde.

das ganze ist eine eigenheit des menschlichen gehirns. die schlimmen sachen verschwinden immer mehr, sie werden von tag zu tag, ja gar von stunde zu stunde nichtiger und kleiner. deswegen sprachen und sprechen, schrieben und schreiben viele alte männer und zunehmend auch alte frauen von einer herrlichen, unbelasteten kindheit: sie haben schlichtweg die schlimmen dinge, die sie an der gegenwart beklagen und die es in anderer gestalt auch damals gab, vergessen.

und damit haben wir einerseits eine auf ihre eigene weise schöne eigenschaft das menschen, aber auch ein großes problem erschlossen. den ewigen hort des konservatismus, des streben nach einer besseren vergangenheit in der zukunft.

ein paradoxon, welches realer nicht sein könnte.

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