karlo

wenn der herbst kommt, die tage erst kürzer werden und die nächte kälter, wenn die blätter sich erst verfärben und dann von den bäumen fallen, ob tot, oder einfach nur so, oder auch weil sie jetzt frei haben und nicht mehr ihren täglichen dienst tun müssen, muss karl immer an seinen hund karlo denken.

es ist schön für karl, an karlo zu denken, auch wenn ihn manchmal die wehmut packt, wenn er daran denkt, das karlo, sein treuer begleiter einst im herbst starb. es war eigentümlich gewesen, karlo war wie so oft im herbst wild herumgetollt, ein komischer hund, bei ihm waren herbst und frühling stimmungsmäßig vertauscht, aber das war nur gut für karl gewesen, denn karl war damals teilweise starken stimmungsschwankungen ausgesetzt, insbesondere im herbst.

als karlo starb, war er ein alter hund gewesen, 14, und zum glück hatte karl sich schon damit angefreundet, irgendwann demnächst mehr keinen karlo zu haben. aber wie es dann geschah, schockte es ihn schon. es mag daran gelegen haben, das karlo keinen natürlichen tod starb, sondern geradezu selbstmord beging, vielleicht um einer längeren, quälenden krankheit zuvorzukommen, oder nur aus einer laune heraus.

karlo ignorierte karls rufen und ließ sich von einem güterzug überrollen.

karl kaufte sich keinen weiteren hund.

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