Archiv der Kategorie: lyrik

E D U

mein name ist Unklarheit
ich weiss nicht was ich will und noch weniger wer ich bin
ich kenne keine ziele und habe keine pläne
das klarste was ich kenne sind träume

my name is Deathwish
whenever life is hard, I want to free myself of all the shit
i don’t want to eat, to drink, to puke or to pee
i don’t even want to breathe, love or hate

mein name ist Euphorius
wenn es mir gut geht, ist es stets viel mehr als gut
jedes problem scheint loesbar, alles ist ganz leicht
trauer kenn’ ich nicht, und auch keine furcht

my name is Euphorius Deathwish Unklarheit
you may call me a faint mixed bag, a ghost
invisible – you may call me E D U
for I am the result of too much education

das licht ist an

ich frage dich, was mit dir ist
du siehst mich müde an
warum du nicht gegangen bist
vor stunden, einstmals, dann
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t

du begleitest mich seit langen jahren
bist mein allertreuster feind
kämmst mir fusseln aus den haaren
lässt mich lachen, wenn wer weint
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gräben graben 4

ich grabe wieder weiter
und bin nicht allzu heiter
ein zug soldaten zieht vorbei
und singt gar nicht dabei
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gräben graben 3

ich fühle den abgrund
näher geht es nicht
ich fühle ein licht
und halte meinen mund

wenn du wachst gibt es keine wahl
zu fern ist dir keine qual
keine schmerzen in deiner seele
so sehr ich dich auch quäle

das gefühl, es trügt
sagen sie, ihre pollunder sind rot
deine freunde, hingegen, sind tot
ich bin es nicht der lügt

was bleibt ist nichts als eines
welches immer noch besser als keines
und fressen mich auch die raben
bis dahin werde ich gräben graben

gartenzwerg

meine welt ist ein prächt’ger garten
ob menschen spazieren oder schatten tanzen
es fehlt nicht an besondren pflanzen
es fehlt nicht viel, nur tomaten

gestatten, bin trauriger gartenzwerg
ein windstoß nahm mir meine mütze
es wispert: der ist zu nichts nütze /
kann nicht nachgehen seinem werk

all’ die jahre an diesem orte
moosbesetzt / steif nicht nur die worte
liessen meine chancen schwinden

doch muss ich mich aufmachen
auch wenn die fichten mich auslachen
muss die mütze suchen / muss mich finden
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existenz

das leben ist schön / aber
mal ehrlich, selten besonders
ich kann oft nicht anders
als zu fragen: ist da wer?

wenn es eine antwort gibt
und das gespräch beginnt
es stockt mein blut / es rinnt
ein schmerz den man nicht liebt

es wird heut nicht abgewunken
gibt kein pardon, marionette du
hast keine wahl / doch güld´ne schuh

und deine holzaugen blicken ertrunken
mich ratlos an / als wollten sie fragen
wie kannst du das nur ertragen?

kein titel

die hölle steht offen / der himmel strahlt rot
du stolperst besoffen / hast vergessen deinen tod
über karteileichen und strauchelst, fällst fast
über erinnerungen / die du vergessen hast

die schatulle hat einen doppelten boden
voller zigarren nach neuesten moden
dahinter steckt / schmutzig und verdreckt
ein schelm / der dich gerne neckt

doch der fall / ums nicht zu vergessen
auch wenn ein werwolf lauert dich zu fressen
ginge trotz allem diesmal nicht ins nichts
des blendenden und nicht diffusen lichts

nebel

was vor kurzem noch lebte
wovon mein herz erbebte
es ist, ganz ohne not
vergangen und fast tot

was war, das war denke ich
und was wird, weiß ich nicht
der nächste schritt führt in den nebel
vorahnung warnt erstickt durch knebel

muss gehen, bei schatten und bei licht
denn bleiben, sprühregen, dicht
könnt` es schon, nur will es nicht

blind bin ich, nichts seh
gar nichts nicht versteh
nicht weiß wohin ich geh
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un anno

ein szene, keine gute
ich ess gemüse, keine pute
von rechts kam kein pfau
was war mir damals flau

und es krachte im gebälk
nicht nur die blätter war`n welk
das blaue im auge, gebell
in dieser sache: kein rebell

es kommt, es kam wie es musste
ich weiß nicht was ich damals wusste
es musste sein, wie ich dachte
da es mir magenschmerzen machte

im rückblick lieg’ ich richtig
war mir alles nie so wichtig
hab lang mir hart gerungen
ist mir dann doch noch gelungen