die stadt und die menschen

steigst du an den richtigen orten aus dem untergrund dieser stadt empor, wirst du geblendet sein. im eitlen sonnenschein, der hier das häufigste wetter ist, erstrahlen schöne gebäude geschmackvoller proportion. die menschen, die auf den sauberen gehsteigen vor jenen gebäuden flanieren, wirken ebenfalls positiv. man ist gut gekleidet, oft nicht nur gut, sondern auch teuer.

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es gibt orte in dieser stadt, an denen menschen auf kaltem bachwasser surfen. es gibt orte der kunst. ja, selbst im untergrund wird klassische musik gespielt, die bedrückende finsternis und fehlfarbene betonverkleidungen vergessen lässt. und wenn man am fluss flaniert, so wird man stellen finden, an denen dieser tost wie ein paar kilometer flussaufwärts, in seiner herkunft, dem gebirge. grün zerteilt die oft pastellierten gebäudelandschaften, schafft platz zum atmen, raum zum vergessen. fast vergisst man, dass man in einer stadt ist.

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doch bei allem positiven ist dies eine kontroverse stadt, nur scheinbar eine ganz und gar lebensfreundliche umgebung. es braucht keinen blick in die geschichtsbücher, um zu spüren, dass hier eine kälte haust, die das blut in den adern gefrieren lassen kann, wann immer sie will.

ein beispiel:
ein mann kommt zu spät zur ubahn, er schafft es, seine hände in zwischen die türen zu bringen. ich bemerke es erst nicht, in murakami vertieft, wie der grimmige junge herr, zur fraktion der anonymen arschlöcher gehörend (ich behaupte dies angesichts dessen überaus teilnahmsloser verabschiedung von seiner freundin), jenem anderen, dem lange dunkelbraune haarsträhnen ins unrasierte gesicht fallen, anfährt, er solle doch seine verdammte hand aus der türe nehmen. der andere aber hält seine hände in der tür – vielleicht kann er sie auch gar nicht herausziehen. kaum später, es handelt sich um maximal 10 Sekunden, gibt die tür nach, und der außenstehende setzt dazu an, einzutreten. der aggressive, sportliche, junge mann aber schubst ihn zurück, mit kraft oder wenigstens genug entschlossenheit, dass der andere, besoffen oder nicht, überrascht soweit zurücktaumelt, dass sich die tür schließt und die ubahn abfährt. man sieht noch den zurückgestoßenen dem anderem mit empörten gesichtsausdruck einen vogel zeigen, dann ist er verschwunden. der trainierte, blickt sich triumphierend und lobheischend um, aber kaum jemand in der für die morgenstunde nur wenig besetzten ubahn reagiert.

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es ist die stadt der hohen mieten. die stadt der unbeheizten herzen. die stadt der bewegung.
ihre hübsch zurechtbotoxierte und überschminkte fratze, die nur noch durch übermäßiges rouge lebendig wirkt und ihre süßen töne mögen dich einlullen. mich nicht. nicht mehr.

ungenaues „ja, genau“

„Ja, dann können sich Einzelkaufleute auch kein weiteres Fremdkapital beschaffen… Ja, genau.“

in meinen händen verbiegt sich der kugelschreiber. welch glück, dass dieser aus einer metallfeder besteht, sonst würde ich diesen süßen vortrag stören, dessen fehler anscheinend niemand hört. ich beobachte die vortragende, zugleich den lehrer, und sehe kein minenspiel bei letzterem, welches einen fehlererkennungsmechanismus verrät. mein eigenes gesicht – da derzeit nicht eingefroren – muss kurzfristig den ausdruck größten zweifels aufgewiesen haben, ein zucken, einen anfall oder etwas derartiges, vermutlich ein ähnlicher ausdruck, wie der, der sich zeigt, bevor ich mich übergebe.

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insomnia wasweißichnichtwieviel

es ist nacht und – natürlich – schlafe ich nicht, bin noch nicht in die kissen gesunken, sehe mir noch nicht an, ob die obskuren welten der träume auch diese nacht interessante oder bewegende schlafunterhaltung für mich zu bieten haben. nein, ich bin wach, sitze am pc und starre löcher in den bildschirm. meine füße sind schon halb erfroren, aber ich muss den morgigen tag noch planen – und das ist nicht einfach, das war niemals einfach, das wird mir wohl niemals leicht fallen.
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E D U

mein name ist Unklarheit
ich weiss nicht was ich will und noch weniger wer ich bin
ich kenne keine ziele und habe keine pläne
das klarste was ich kenne sind träume

my name is Deathwish
whenever life is hard, I want to free myself of all the shit
i don’t want to eat, to drink, to puke or to pee
i don’t even want to breathe, love or hate

mein name ist Euphorius
wenn es mir gut geht, ist es stets viel mehr als gut
jedes problem scheint loesbar, alles ist ganz leicht
trauer kenn’ ich nicht, und auch keine furcht

my name is Euphorius Deathwish Unklarheit
you may call me a faint mixed bag, a ghost
invisible – you may call me E D U
for I am the result of too much education

das licht ist an

ich frage dich, was mit dir ist
du siehst mich müde an
warum du nicht gegangen bist
vor stunden, einstmals, dann
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im garten

„was denkst du, wer entflieht der realität?“, fragte die krähe, mit ihrer roh krächzenden, aber vertrauten stimme Weiterlesen

PFAND ASTHMA

ich stelle mir vor, ich hätte eine eigene hochglanzillustrierte, gedruckt auf jene art papier, welches glänzt und nicht allzu leicht verknickt, ohne dabei zu allzu starr zu sein und sich wertig anfühlt.
alles an dieser zeitschrift mache ich selbst: das layout, die texte die meisten bilder und texte – der teil den ich nicht mache, ist creative commons lizensiert und mit viel liebe und großer genauigkeit ausgewählt, es geht um fiktive berühmtheiten, nicht geschriebene bücher und auch die bildunterschriften sind nur dazu da, eine phantastische Scheinwelt zu erschaffen, als titel war demzufolge FICTION angedacht, aber da mir der name in seiner optischen nmutung dann doch nicht zusagte, ist der titel des magazins, welches zweimonatig erscheint, PHANTASMA – gesetzt in einer geometrischen, selbstkomponierten schrift, der „Futura“ ähnlich, aber etwas verrückter über zwei zeilen:
PHANT
ASMA
die zeitschrift erscheint in nicht allzu großer auflage, es erscheinen 21 ausgaben, danach gebe ich, vom mangelndem erfolg (welcher an der von mir selbst durchgeführten redaktion, vor allem aber an dem ebenfalls in eigenregie nachlässig durchgeführten vertrieb liegt, das heft ist ansonsten bei menschen wie mir – pseudointellektuellen idioten mit ernsthaftigkeitsphobie – sehr angesehen) und ausgebrannt auf, denn ich habe nur zwischen redaktionsschluss und auslieferung ein wenig pause, danach beginne ich wieder mit am goldenem schnitt orientierten layout, für dass ich danach passende texte und bilder suche und erstelle, jeweils ungefähr 120 seilten pro ausgabe.

nachdem die PHANTASMA eingestellt ist, geht es noch ein paar monate halbherzig im internet weiter, bis ich schließlich mich gar nicht mehr drum kümmere und stattdessen an einer bar mich und meine leber hart arbeiten lasse, und nebenbei manchmal einen artikel in mein blog schreibe, das aus selbstironie
PFAND
ASTHMA
heißt, gesetzt auf die gleiche art wie zuvor die zeitschrift. ‎die meisten artikel aber, anders als zuvor, sind eher ernst, und befassen sich mit dem allgemeinem verfall der infrastruktur und der allgegenwärtigen erosion der zivilisationsdecke, alles aus dem zynischem blickwinkel eines kinder- und verantwortungslosen lebensverneiners, der keine späße mehr macht, da er sein lebensunsinnkontingent längst restlos aufgebraucht hat.

status

in den nächten, in denen es mir gelingt zu schlafen, träume ich wirren mist von winterreisen in von hyänen und wölfen gezogenen pferdewagenkolonnen. in den raren gesprächen, in denen es mal um komödiantische absurditäten geht und mal darum, dass mein herz aus dem gleichen schnee besteht, in dem die hyänen zuweilen versinken (die wölfe nicht), sitze ich meistens passiv und still da, eingedenk dessen, dass ich mich sonst doch nur um kopf und kragen rede.
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t

du begleitest mich seit langen jahren
bist mein allertreuster feind
kämmst mir fusseln aus den haaren
lässt mich lachen, wenn wer weint
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gräben graben 4

ich grabe wieder weiter
und bin nicht allzu heiter
ein zug soldaten zieht vorbei
und singt gar nicht dabei
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